Presse
18.10.2018, 15:33 Uhr | Tagesspiegel, Leute, Spandau
Brücken-Posse: Dauer-Murks an der Havel
Berlins marode Brücken
Wintereinbruch in Hakenfelde, Havel-Ufer, Maselake-Bucht – hier ist am 19. Oktober endgültig Sommer-Ende. Warum? Weil am Freitag, exakt 10 Uhr, ein letztes Mal in 2018 die klapprige Klappbrücke (Foto) per Hand geöffnet wird – für maximal eine Stunde. Das Blöde: Hinter der Brücke hat der Spandauer Wassersport-Club seit 1952 seine Liegeplätze, die jetzt mal wieder nutzlos sind – denn die größeren Boote kommen nicht unter der schmalen Fußgängerbrücke durch. WSC-Mann Peter Kluge erzählte gerade eben dem Spandau-Newsletter: „War ein schönes Bootsjahr auf der Havel … aber wenn man nicht spontan rausfahren kann, macht’s keinen Sinn.“ Durchfahrtshöhe: nur 1,50 Meter. Das Spielchen geht seit 11/2011 so: Die Technik der Fußgängerbrücke ist murks – und wird mit einem Müllsack vor Regen geschützt. Ab und zu wird die Brücke per Hand geöffnet („kostet jedes Mal 105 Euro“), doch zu retten ist hier nichts mehr: „keine wirtschaftliche und dauerhafte Lösung“ möglich, so der Senat. Und WSC-Mann Kluge sagt: „2020 bleibt sie für immer unten.“ Der Senat listet die Brücke übrigens in der Kategorie „Berlins marode Brücken 2018“ (Q: Katrin Vogel, CDU) trotzdem mit einer passablen Note 2,4 – für die Fußgänger erfüllt sie ja ihren Zweck.

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