Presse
24.03.2017, 13:07 Uhr | Der Tagesspiegel, Katrin Vogel
Wegweiser aus dem Verkehrschaos
Wie lässt sich der wachsende Verkehr in der wachsenden Stadt bewältigen? Sechs Abgeordnete aus Treptow-Köpenick mit vier Lösungsansätzen.
Katrin Vogel (CDU): Rückbau überdenken

Katrin Vogel: Ich bewerte es sehr positiv, dass überall im Bezirk gebaut wird. Dafür haben wir uns in der vergangenen Legislatur stark gemacht und wirklich eine Trendumkehr erreichen können. Es gehört aber auch zur Wahrheit dazu, dass die Infrastruktur keineswegs in gleichem Maße wächst wie Wohnungen gebaut werden. Damit meine ich Schulen, Kitas, Spielplätze, Einkaufsmöglichkeiten, Kulturangebote, Freizeitmöglichkeiten und natürlich auch verkehrliche Infrastruktur und ÖPNV-Angebote. Es entstehen Schlafstädte, wenn nicht jetzt gegen gesteuert wird. Eine meiner letzten Anfragen an den Senat offenbarte einen erheblichen Sanierungsbedarf bei den Brücken in unserem Bezirk, bei den Straßen sah es erfreulicherweise besser aus. Das wird eine absolute Herausforderung und wenn die VLB ihre Arbeit und die Baustellenkoordination nicht deutlich verbessert, ist das Verkehrschaos insbesondere in Köpenick vorprogrammiert. Ich halte es für unerlässlich, dass bei derartigen Bau-Vorhaben mindestens bis 20 Uhr gearbeitet wird und dort wo möglich auch nachts. Die Abstimmung der Leitungsträger erfolgt noch immer nicht so, wie man sich das vorstellt, so dass immer noch Baustellen tagelang still stehen. Nach Angaben der Senatsverwaltung geht es 2017 los mit der Pyramidenbrücke, der Salvador-Allende-Brücke, Brückenstraßenbrücke, Luisenbrücke und der Rodelbahnbrücke. Es geht 2018 weiter mit der Neuen Fahlenbergbrücke, der Langen Brücke, der FGB Schmöckwitzwerder und der Nördlichen Rialtoringbrücke.

Angesichts der wachsenden Stadt stellt sich auch die Frage, ob ein Rückbau der Behelfsbrücke an der Stubenrauchbrücke wirklich sinnvoll ist. Die selbe Fragestellung hatten wir bereits beim beschlossenen Rückbau des Adlergestells, den wir in der letzten Legislatur erfreulicherweise zurückstellen konnten. Das heißt aber nicht, dass der Rückbaubeschluss vom Tisch ist. Das Thema Tram und Autoverkehr ist in bestimmten Bereichen schwierig, aber für mein Empfinden nicht das Hauptproblem, da es immer nur bestimmte Streckenabschnitte betrifft. Den Ausbau der Tram bis Schöneweide halte ich für sinnvoll, da auf dem Großberliner Damm eine entsprechende Straßenbreite vorliegt und der Autoverkehr nicht behindert wird. Ein spannendes Thema bleibt die Umgestaltung der Dörpfeldstraße im Programm Aktive Zentren. Auch hier gibt es das Problem Straßenbahn/Individualverkehr. Ich sehe Verbesserungsmöglichkeiten bei alternativen Ampelschaltungen für die Tram, Ampelregelungen an Kreuzungen, welche die Möglichkeit einräumen, den Individualverkehr an der Tram vorbeizuführen. Was die neue Verkehrspolitik für Berlin in unserem Bezirk bringen wird, bleibt abzuwarten.

Besser ausgebaute Radwege und den Neubau von Radschnellwegen würden viele Menschen gut finden, aber bestimmt keine Tempo-30-Zonen in Hauptverkehrsstraßen. Den Weiterbau der A 100 halte ich für unabdingbar, wenn man den Anforderungen einer wachsenden Stadt gerecht werden will. Die TVO ist ebenfalls ein Thema, das mit Vorrang voran getrieben werden sollte. Das waren ein paar kurze Gedanken von mir zum Thema Verkehr in unserem Bezirk. Wenn es eine einfache und praktikable Lösungen gäbe, das Chaos zu verhindern, dann hätten wir die vermutlich schon. Es bleibt also schwierig.
 

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Und täglich grüßt der Stau in Köpenick.
Foto: Wolfgang Kumm/dpa


Und täglich grüßt der Stau in Köpenick.

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